Seite: Chronik

Die Geschichte der Feuerwehr Büttelborn

In der Festschrift zum 50jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Büttelborn hatte Gerhard Raiß eine umfangreiche Abhandlung über das Feuerlöschwesen der Gemeinde Büttelborn veröffentlicht. Bei seinen Recherchen fällt auf, daß bei der Gemeinderechnung Unkosten über die Bezahlung von Meldereitern, Fuhrleuten mit ihren Gespannen und Löschmannschaften sehr häufig waren. Es ist auch bemerkenswert, daß der Grundsatz „wer zu erst kommt, mahlt zu erst“ entscheidend war für die Bezahlung. Die Hatz auf den „Lohn“ endete mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1930; hier ist anzumerken, daß sich in Büttelborn erst relativ spät eine Freiwillige Feuerwehr gründete. Bis dahin wurde allenthalben das „Löschen“ von Pflichtfeuerwehren bewältigt.

Das Feuerlöschwesen in Büttelborn ist eng verbunden mit der Familie Klink in der Weiterstädter Straße. In einer Auflistung der Feuerwehrpflichtigen aus dem Jahre 1886 wird Peter Klink IV. als Kommandant geführt. Die am 17. Juli 1930 durch den Kreisausschuß des Kreises Groß-Gerau genehmigte Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Büttelborn ist unterschrieben von „L. Klink, I. Kommandant“ und „Gg. Hamm, II. Kommandant“. Schlossermeister Ludwig Klink [im Ort der Schlosser-Lui] war Kommandant bis 1949. Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, daß die Lehrlinge der Schlosserei montags die bei den sonntäglichen Übungen verschmutzten Schläuche waschen und am Rathaus zum Trocknen aufhängen mußten.

Nachfolger des 70jährigen L. Klink wurde 1949 sein Stellvertreter Jakob Hamm. In einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung wurde er am 4. Juli 1953 von Peter Schmidt abgelöst. II. Kommandant wurde Willi Schilling. Bei der Jahreshauptversammlung 1954 im „Schützenhof“ wurde Peter Schmidt als I. Kommandant bestätigt und Wilhelm Friehl zum II. Kommandant gewählt. Als II. Kommandanten waren ebenfalls Ludwig Gölzenleuchter und Kurt Rein vorgeschlagen. Gruppenführer wurde: Ludwig Gölzenleuchter, Philipp Astheimer, Karl Lautz und Kurt Rein. Bestätigt wurde als Schriftführer Joseph Maurer, als Kassier Adam Nau und als Unterkassier Gerd Jäkel. Wilhelm Barthel und Georg Friedmann wurden als Inaktive in den Vorstand gewählt.

Im Hinblick auf das 25jährige Gründungsjubiläum beschließt der Vorstand am 16. Mai 1954 eine Haussammlung für die Anschaffung eines Banners durchzuführen. Ferner soll für den Umzug anl. des Spargelfestes [!] eine Rolle dekoriert werden. Beim 25jährigen Jubiläum vom 30. 7. bis 1. 8. 1955 konnte das von der Einwohnerschaft bezahlte Banner geweiht werden. Als Jubiläumsgeschenk gab es ferner ein neues Feuerwehrgerätehaus auf dem Grundstück der Bürgermeisterei. Den Platz hatte die Feuerwehr einem Brand zu verdanken, dem ein Teil der sogenannten Hofscheuer zum Opfer gefallen war. Bis dahin waren die Löschgeräte in der Mainzer Straße 1 (jetzt Volksbank) und in der Darmstädter Straße (jetzt Bauhof ehemals Bushalle) untergestellt. Gefeiert wurde im Festzelt auf dem Sportplatz an der Turnhalle. Sonntags gab es einen Umzug durch den festlich geschmückten Ort.

Bannerweihe 1955 Personen von links (im Vordergrund): Gert Thurau, Joseph Maurer, Heinz Gölzenleuchter, Peter Schmidt Personen von links (im Hintergrund): Kurt Rein, Adam Nau, Liesel Raiß geb. Hirsch, Hildeg. Hinzen geb. Wenchel, Marianne Ruppert geb. Kreim, Anneliese Köbel geb. Hamm, Mathilde Kramer geb. Hamm, Ella Raiß geb. Raiß, Monika Hill (USA)

Bannerweihe 1955
Personen von links (im Vordergrund): Gert Thurau, Joseph Maurer, Heinz Gölzenleuchter, Peter Schmidt
Personen von links (im Hintergrund): Kurt Rein, Adam Nau, Liesel Raiß geb. Hirsch, Hildeg. Hinzen geb. Wenchel, Marianne Ruppert geb. Kreim, Anneliese Köbel geb. Hamm, Mathilde Kramer geb. Hamm, Ella Raiß geb. Raiß, Monika Hill (USA)

Am 6. April 1956, ist in den Annalen nachzulesen, hatte Wilhelm Friehl zu einer Vorstandssitzung mit Gemeindevertretern in die Bürgermeisterei eingeladen. Friehl verlaß einen Brief von Adam Nau, der Vorwürfe gegen den I. Kommandanten Peter Schmidt enthielt. Dieser meldete sich zu Wort und meinte, daß ein II. Kommandant keine Vorstandssitzung einberufen könne, ohne den I. Kommandanten zu fragen. Dem widersprach Bürgermeister Führer; denn drei Jahre zuvor hatte Schmidt ebenfalls als II. Kommandant zur außerordentlichen Generalversammlung ins Gasthaus „Zur Krone“ eingeladen. Die aufgetretenen Meinungsverschiedenheiten konnten nur oberflächlich beigelegt werden. In einer weiteren Sitzung im Gasthaus „Zum Onkel Otto“ kam es am 6. Oktober 1956 zum Eklat wegen eines Unfalles von Kurt Rein beim Anlassen eines Feuerwehrautos worauf Peter Schmidt sein Amt als I. Kommandant niederlegte und die Sitzung verließ. Wilhelm Friehl wurde mit der kommissarischen Führung der Feuerwehr betraut. Friehl erklärte drei Tage später in der nächsten Vorstandssitzung, ihm fehlte die nötige Zeit die Feuerwehr zu führen. Kurt Rein wurde mit der kommissarischen Leitung der Feuerwehr betraut. Die offizielle Wahl Reins erfolgte einstimmig in der Generalversammlung am 20. Januar 1957 im Gasthaus „Zum Schützenhof“. In dieser Versammlung wird auch die Eintragung ins Vereinsregister mit den entsprechenden Satzungsänderungen beschlossen.

Am 26. April 1957 erhält die Freiwillige Feuerwehr Büttelborn e.V. einen Steuerbescheid für 1955 in Höhe von 1.336,00 DM für Körperschaftssteuer und 116,65 DM Abgabe „Notopfer Berlin“ anl. der Einkünfte aus dem 25jährigen Jubiläum. Nach langen Verhandlungen und Einsprüchen wurden der Feuerwehr die Forderungen erlassen. Es mußten allerdings Nachweise über Eigenleistungen und die Verwendung des Gewinns für Ausrüstung und Geräte erbracht werden.

Beim Rosensonntagsumzug 1958 verkaufte die Feuerwehr erstmals an den Ortseingängen den Besuchern Umzugsplaketten. Diese Aufgabe wurde bis zum Jahre 1985 wahrgenommen. Insgesamt überwies die Feuerwehr dem Kulturring einen Betrag von 104.945,45 DM, bei einem Kartenpreis von anfangs 50 Pfennig!

Feuerwehrgerätehalle bis 1958 Darmstädter Str. 45

Feuerwehrgerätehalle bis 1958 Darmstädter Str. 45

Überwiegend in Eigenhilfe konnte ab 1958 die Feuerwehr die bis dahin im Rohbau stehende Wohnung im Feuerwehrgerätehaus fertigstellen. 1959 zog Philipp Gölzenleuchter als frisch gewählter Gerätewart ein. Im gleichen Jahr konnte der Schulungsraum erstmals genutzt werden, dessen Bestuhlung die Henninger Brauerei zur Verfügung stellte.

Eine neue Tragkraftspritze stellte die Feuerwehr am 16. Nov. 1959 in Dienst. In der Generalversammlung 1963 gab Bürgermeister Imhof die Beschaffung eines Tanklöschfahrzeuges bekannt. Zu diesem Zeitpunkt verfügte nur die Rüsselsheimer Feuerwehr über ein solches Fahrzeug. Am 8.Mai 1964 war es endlich so weit. Der aus US-Army-Beständen stammende „Tanker“ wurde in Dienst gestellt. Das Fahrzeug -ein Magirus/Deutz, Baujahr 1956 mit 2.000 Liter Tankinhalt – war bis Januar 1977 im Einsatz.

Bei der Vorstandswahl 1967 kandidierte der langjährige Kassierer Adam Nau nicht mehr. Seinen Posten übernahm Philipp Astheimer. Er übte diese Tätigkeit bis 1996 aus!

1968 befaßte sich der Vorstand mit der Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses und stimmte den vorgelegten Plänen zu. Bei der Generalversammlung im Januar 1969 teilte Bürgermeister Imhof mit, daß der Ausbau des Feuerwehrgerätehauses bereits genehmigt sei und weit über 100.000 DM kosten werde. Am 14. April 1973 konnte der Erweiterungsbau eingeweiht werden. Die Feuerwehr hatte den Rohbau unter der fachmännischen Leitung von Karlheinz Schilling in 2.688 Selbsthilfestunden hergestellt!

Bau des neuen Gerätehauses Mainzer Straße 13

Bau des neuen Gerätehauses Mainzer Straße 13

1970 bekam die Feuer- wehr ein zweites Tanklöschfahrzeug (Metz/Ford) mit einem Wasserinhalt von 1.000 Liter. Das Fahrzeug stammte ebenfalls aus US-Army-Beständen und wurde von der Bundeswehr auf deutsche Normanschlüsse um- gebaut. Die Gemeinde erwarb das Fahrzeug bei der VEBEG 1970. Es war bis 1982 im Einsatz.

Am 26. Januar 1973 empfiehlt der Vorstand die Beschaffung eines Unimoggerätewagen aus Bundeswehrbeständen. Das Fahrzeug wird in Eigenleistung bestückt mit: Kraftspritze (TS 8/8), Stromgenerator sowie Ausrüstung für eine Löschgruppe (9 Personen). Im November 1976 übernimmt die Feuerwehr ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16. Alles was Rang und Namen hatte, war bei der Indienststellung vertreten. Am 1. Juli 1977 wird die Funkalarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Büttelborn eingeführt. Bei Der Jahreshauptversammlung 1978 wird Hans Raiß zum zweiten Vorsitzenden des Vereins „Freiwillige Feuerwehr“ gewählt. Dies wurde möglich, da das Hessische Brandschutzhilfeleistungsgesetz mittlerweile zwischen Einsatzabteilung und Feuerwehrverein unterschied.

Vom 20. bis 23. Juni 1980 feierte die Freiwillige Feuerwehr Büttelborn ihr 50. Gründungsjubiläum. Genau wie 25 Jahre zuvor, war auf dem Sportplatz an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße ein Festzelt aufgebaut. Über vier Tage beherrschten Blauröcke das Erscheinungsbild von Büttelborn und alle Büttelborner Ortsvereine unterstützen das Jubiläum.

In den Jahren von 1975 bis 1981 übernahm die Feuerwehr die Haussammlungen für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge und konnte so die Arbeit des Verbandes mit insgesamt 19.896,48 DM unterstützen.

1981 bahnt sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Büttelborn der Alterswechsel an. Wilhelm Friehl stellte sein Amt als stellvertretender Wehrführer nach 27 Jahren bei der Generalversammlung zur Verfügung.

Ein bedeutendes Datum für die Freiwillige Feuerwehr war Sonntag, der 5. Okt. 1981. An diesem Tag gründete sich die Jugendfeuerwehr. Als Jugendwart betreute Ralf Germann die Jugendlichen.

1982 schließt die Gemeinde Büttelborn mit der Kreisstadt Groß-Gerau einen Vertrag über das Waschen und die Pflege der Feuerwehrschläuche ab. Die Stadt verpflichtet sich gleichzeitig, die Atemluftflaschen kostenlos zu füllen. Damit tritt für das Feuerwehrpersonal eine große Erleichterung ein. Nach Übungen und Einsätzen war es eine erhebliche Arbeit gewesen, das Schlauchmaterial mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu reinigen und zu pflegen.

Ebenfalls 1982 erhält die Freiwillige Feuerwehr ein neues „LF 8 schwer“. Mit diesem Fahrzeug war der Generationswechsel bei den Fahrzeugen abgeschlossen. In der Vorstandssitzung am 18. Aug. 1982 teilte Kurt Rein mit, daß er nach 28 aktiven Jahren aus gesundheitlichen Gründen als Wehrführer nicht mehr kandidieren werde. Aus dem gleichen Grund stellt er sich auch nicht mehr als Ortsbrandmeister zur Wahl. In dieses Amt folgt ihm 1983 Dieter Hirsch. In der Generalversammlung am 10. Feb. 1982 wird Hans-Jürgen Barthel zum Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Büttelborn und zum Vereinsvorsitzenden der Freiwilligen Feuerwehr Büttelborn e.V. gewählt.

Am 9. Jan. 1984 konnte die Feuerwehr die sogenannte „stille Alarmierung“ durch die Anschaffung von 10 Funkmeldeempfängern einleiten. Ein erheblicher Teil der Alarme konnte nun ohne Sirene ausgeführt werden.

Kurt Rein / H.-J. S

Dieser Text mitsamt den Bildern wurde uns vom Heimat- und Geschichtsverein Büttelborn zur Verfügung gestellt.


Hierfür recht vielen Dank !


Jüngere Geschichte der Feuerwehr

Vorstand 2004

Vorstand 2004 Stehende Reihe: Hans-Ulrich Friedmann, Thomas Maul, Anke Hamm, Dieter Müller, Lucas Fricke, Florian Jäkel, Hans-Jürgen Barthel Sitzende Reihe: Werner Barthel, Thomas Klink, Wilfried Raiß, Michael Maul

Vorstand 2004
Stehende Reihe: Hans-Ulrich Friedmann, Thomas Maul, Anke Hamm, Dieter Müller, Lucas Fricke, Florian Jäkel, Hans-Jürgen Barthel
Sitzende Reihe: Werner Barthel, Thomas Klink, Wilfried Raiß, Michael Maul

 

Florian Jäkel wieder Wehrführer

Jahr

Beschreibung

1982 H.J Barthel Wehrführer und Dieter Müller stell. Wehrführer
1983
1984
1985
1986
1987
1988 Erneuter Umbau des Gerätehauses – Schaffung eines eigenen Jugendraum für die JFW im Erdgeschoss und für die Einsatzabteilung einen neuen Unterrichtsraum, Küche, Toiletten und ein Büro im 1. OG über der „Unimoghalle“. Die meisten Arbeiten wurden in Eigenleistung erbracht.
1989 Anschaffung ELW
1990
1991
1992
1993 W. Barthel Wehrführer und Dieter Müller stell. Wehrführer
1994
1995
1996 M. Maul Wehrführer und Dieter Müller stell. Wehrführer
1997
1998
1999
2000
2001 Anschaffung Unimog
2002 M. Maul Wehrführer und W. Barthel stell. Wehrführer
2003
2005 Ersatzbeschaffung / Anschaffung TLF16/25
2006 M. Maul Wehrführer und H.-U. Friedmann stell. Wehrführer
2007
2008
2009 Ersatzbeschaffung / Anschaffung LF10/6
Gerätehaus von außen Saniert
2010 F. Jäkel komm. Wehrführer und H.-U. Friedmann stell. Wehrführer
2011
2012 F. Jäkel komm. Wehrführer und Th. Maul stell. Wehrführer
Kreisfeuerwehrtag 2012 in Büttelborn (Löscheimer)
2013 Anschaffung des MTF / das ELW wurde aus Platzgründen im GH Worfelden untergebracht
Rücktritt des komm. Wehrführer F. Jäkel
Umstellung des analogen 2m Funk auf Digitalfunk
RW außer Dienst gestellt
Seit Nov. 2013 fährt die Feuerwehr wieder (zusammen mit der FF GG) auf die A67
2014 Werner Barthel neuer Wehrführer und Alexander Schüßler neuer Stellvertreter
2015 Werner Barthel wurde zum stell. Gemeindebrandinspektor gewählt
Umstellung des analogen 4m Fahrzeug-Funk auf Digitalfunk
Florian Jäkel übernimmt das Amt des Wehrführer
2016 Aufgrund der erheblichen Mängel (durch den TÜV festgestellt) am Gerätehaus Büttelborn, ist der Gedanke eines neuen Gerätehaus bei der Gemeindeverwaltung angekommen
Anschaffung eines neuen ELW ist für 2017 in den Haushalt eingeplant
2017 Erich Köth legt das Amt des Gemeindebrandinspektors, aus gesundheitlichen Gründen, nieder. Sein Stellvertreter, Werner Barthel, rückt auf dieses Amt vor und Marcus Grimberger wird neuer Stellvertreter.
Ab dem April lösen die neuen digitalen Funkmeldeempfänger die analogen Geräte ab.
Die Pläne für ein neues Gerätehaus in Büttelborn werden langsam konkreter. Ein Grundstück wurde bereits gefunden.
Die Anschaffung des geplanten ELW konnte nicht ausgeführt werden und wurde auf das Folgejahr verschoben.